Zwei Tage Gamescom 2026: Indie-Games, lange Warteschlangen und Mario Kart 64
Dieses Jahr ging es für uns zum ersten Mal auf die Gamescom. Entsprechend groß waren die Erwartungen – und gleichzeitig war schwer einzuschätzen, was uns vor Ort tatsächlich erwarten würde.
Da Unterkünfte in Köln rund um die Messe erwartungsgemäß sehr teuer waren, entschieden wir uns dafür, in Düsseldorf zu übernachten. Die rund vierstündige Anreise verlief überraschend entspannt und bot damit einen angenehmen Start in unser erstes Gamescom-Wochenende.
Ein unerwartet guter Start im Karrierebereich
Nach unserer Ankunft auf dem Messegelände führte uns der erste Weg durch den Karrierebereich. Vermutlich nicht der Abschnitt, den man automatisch mit der Gamescom verbindet, für uns aber dennoch ein durchaus positiver Einstieg.
Neben Informationen rund um Arbeitgeber und Karrierewege in der Gaming-Branche gab es dort erstaunlich viele Goodies. Von Proteinshakes bis hin zu verschiedenem Merchandise konnte man einiges mitnehmen. Rückblickend gehörte der Karrierebereich damit sogar zu den großzügigeren Bereichen der Messe.
Die Merchandise-Halle bleibt hinter den Erwartungen
Deutlich gemischter fiel unser Eindruck von der Merchandise-Halle aus.
Vor unserem Besuch hatten wir erwartet, dort vor allem Produkte zu Spielen und Publishern zu finden, die auch auf der Messe selbst vertreten waren. Stattdessen bestand ein großer Teil des Angebots aus allgemeinem Nerd- und Popkultur-Merchandise.
Das ist grundsätzlich nicht schlecht, wirkte auf einer Messe wie der Gamescom aber etwas beliebig. Gerade bei einer Veranstaltung, auf der zahlreiche große und kleine Spiele präsentiert werden, hätte ein stärkerer Bezug zu den ausgestellten Titeln den Bereich aus unserer Sicht deutlich interessanter gemacht.
Der Indie-Bereich als entspannter Gegenpol
Einer der angenehmsten Bereiche der Messe war für uns der Indie-Bereich.
Hier konnten wir mehrere kleinere Titel ausprobieren, darunter beispielsweise Reblade. Besonders positiv fiel auf, dass die Wartezeiten im Vergleich zu den großen Publisher-Ständen deutlich überschaubarer waren.
Während man für bekannte Titel teilweise mehrere Stunden einplanen musste, war es bei vielen Indie-Spielen möglich, relativ spontan an einen freien Platz zu kommen.
Gerade bei unserem ersten Gamescom-Besuch war das eine angenehme Abwechslung. Statt lange in Schlangen zu stehen, konnte man tatsächlich verschiedene Spiele ausprobieren und dabei Titel entdecken, die man vorher möglicherweise überhaupt nicht auf dem Radar hatte.
Große Kulissen in den Entertainment-Hallen
Einen völlig anderen Eindruck vermittelten anschließend die großen Entertainment-Hallen.
Hier zeigte sich schnell, welche Dimensionen die Gamescom erreichen kann. Viele Publisher und Entwickler hatten ihre Stände aufwendig gestaltet, mit großen Kulissen, Lichtinstallationen und teilweise beeindruckenden Nachbauten aus den jeweiligen Spielen.
Natürlich sagt ein spektakulärer Messestand noch nichts über die Qualität eines Spiels aus. Für die Atmosphäre der Messe sind diese Inszenierungen aber zweifellos ein wichtiger Bestandteil.
Unser spielerisches Highlight war dort Castlevania: Belmont’s Curse.
Das Spiel hinterließ bei mir einen so positiven Eindruck, dass ich es direkt vorbestellt habe. Dafür war allerdings einiges an Geduld notwendig: Rund zweieinhalb Stunden mussten wir warten, bevor wir selbst spielen konnten.
Immerhin fiel die Demo dafür erfreulich umfangreich aus. Etwa 20 Minuten konnten wir uns selbst einen Eindruck vom Gameplay verschaffen – deutlich mehr als bei vielen kurzen Messe-Demos.
Als zusätzliches Andenken gab es nach dem Spielen eine Tarotkarte.
Die Karte wirkt überraschend hochwertig verarbeitet. Bei Konami passt das durchaus ins Bild: Durch Yu-Gi-Oh! verfügt der Publisher schließlich bereits über reichlich Erfahrung mit Kartenprodukten.

Das eigentliche Highlight wartete außerhalb der Messehallen
So beeindruckend einige der Stände und Spiele auch waren: Unser persönliches Highlight des Wochenendes fand letztlich nicht direkt in den Messehallen statt.
Am zweiten Tag trafen wir uns mit Freunden, die im Gamescom Camp übernachteten. Dadurch konnten wir neben der eigentlichen Messe auch noch eine ganz andere Seite des Gamescom-Wochenendes kennenlernen.
Am Abend nahmen wir dort unter anderem an einem Mario-Kart-64-Turnier teil.

Gerade solche Momente bleiben rückblickend besonders hängen. Nach einem langen Tag zwischen vollen Messehallen, lauten Ständen und Warteschlangen gemeinsam mit Freunden noch eine Runde Mario Kart 64 zu spielen, war ein ziemlich guter Abschluss.
Auch beim Merchandise zeigte sich das Camp großzügig. Besonders HOLY war stark vertreten und man konnte dort gefühlt an jeder Ecke neuen Merch mitnehmen.
Fazit: Unsere erste Gamescom war mehr als nur die Spiele
Nach zwei Tagen Gamescom bleibt vor allem ein sehr gemischter, insgesamt aber positiver Eindruck.
Die Merchandise-Halle blieb etwas hinter unseren Erwartungen zurück und Wartezeiten von mehreren Stunden gehören definitiv zu den weniger angenehmen Seiten der Messe. Gleichzeitig gab es aber auch viele Momente, die den Besuch besonders gemacht haben.
Der Indie-Bereich überzeugte durch kurze Wartezeiten und interessante Spiele, die großen Entertainment-Stände sorgten für die typische Messeatmosphäre und Castlevania: Belmont’s Curse gehörte für mich klar zu den spielerischen Highlights.
Am stärksten in Erinnerung geblieben sind am Ende allerdings die Erlebnisse rund um die Messe selbst.
Mit Freunden durch die Hallen zu laufen, gemeinsam neue Spiele auszuprobieren und den Abend anschließend bei einem Mario-Kart-64-Turnier im Gamescom Camp ausklingen zu lassen, hat unsere erste Gamescom letztlich besonders gemacht.
Und vermutlich ist genau das der Punkt: Die Gamescom lebt nicht nur von ihren Spielen und großen Messeständen, sondern vor allem von allem, was drumherum passiert.